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Prostataerkrankung und HPV

Die genaue Rolle von HPV in der Entwicklung gutartiger und böseartiger Läsionen der Prostata ist unklar. Jedoch haben mehrere Untersuchungen eine Assoziation zwischen HPV und den Prostataerkrankungen, einschließlich Prostatakarzinom, nachgewiesen. Aus diesem Grund ist die Behandlung der Männer, der möglichen HPV-Ausscheider, von großer Bedeutung.

J Clin Microbiol 1990 Mar;28(3):409-12:

Die Feststellung von humanem papillomavirus DNA im Prostatagewebe mittels Polymerase Kettenreaktion Amplifikationsanalyse.

McNicol PJ, Dodd JG. Cadham Provincial Labor, Winnipeg, Manitoba, Canada.

“Humanes Papillomavirus (HPV) ist mit spezifischen gut-und böseartigen Läsionen des Epithelgewebes und der Schleimhaut assoziiert. Von den sexuell übertrabaren Typen sind HPV 16 und HPV 18 am häufigsten mit hochgradigen Dysplasien und dem Karzinom von Zervix uterine assoziiert.

Bei Männern werden genitale HPV-Infektionen, die untersucht worden sind, als äußerliche Läsionen manifest, die nicht von HPV-Typen 16 und 18, sondern von anderen Typen verursacht werden. Die Natur von HPV 16 und 18 Infektionen bei Männern ist nicht erforscht worden. Da die meisten Neoplasieen der männlichen Genitalien die Prostata befallen, analysierten wir gutartige hyperplastische und krebsartige Prostatatrumoren, um das Vorhandensein von HPV DNA festzustellen. Dabei wurden typenspezifische Primers in Polymerase Kettenreaktion Amplifikation verwendet. Normales Prostatagewebe, erworben bei der Autopsie, wurde in die Untersuchung eingeschlossen. Amplifizierte, für HPV 16  spezifische, Sequenzen wurden in 14 von 15 gutartigen Prostataneoplasien und in allen 4 getesteten Karzinomfällen nachgewiesen. Im Gegenteil wurde HPV 18 nur in 3 gutartigen Hyperplasien festgestellt, die auch HPV 16 DNA enthielten. In 4 von 5 normalen Prostaten wurde keine HPV-Infektion nachgewiesen; eine enthielt HPV 16 Sequenzen.

Das Vorhandensein von diesen onkogenen HPV-Typen in Prostatageweben ist eine Voraussetzung für sexuelle Übertragung. Eine potentielle Rolle für das Virus in der Äthiologie von Prostataneoplasie läßt nachgewiesen werden.”

Cancer Res 1999 Feb 15;59(4):823-5:

Erhöhtes Niveau von humanem Papillomavirus Typ 16 DNA in Prostatkarzinom- Untergruppe.

Serth J, Panitz F, Paeslack U, Kuczyk MA, Jonas U.  Abteilung für Urologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Deutschland.

“Das Ziel einer großen Auseinandersetzung war festzustellen, ob onkogene humane Papillomaviren (HPV) mit Pathogenese von Prostatakarzinom verbunden sind. Um die widersprechenden Ergebnisse der Untersuchungen zu klären und das Vorhandensein der Virusnukleinsäuren nachzuweisen, führten wir eine vergleichende quantitative Analyse von HPV 16-E6 Sequenzen in 84 Prostataproben durch. Mittels Single-Tube quantitativer vergleichender PCR charakterisierten wir 47 Prostatakarzinomfäle und 37 Kontrollgewebe gutartiger Prostatahyperplasieen. In einer Untergruppe der Prostatatumoren (10 von 47; 21%) wurde eine wesentlich größere Kopienanzahl von HPV16-E6 Sequenzen im Vergleich zu den Kontrollgeweben (1 von 37; 3%) mittels cut–off-levels von 300  Kopien pro 12500 Diploidzellen (zweiseitiger exakter Test von Fisher, P=0.02) nachgewiesen.

Unsere Ergebnisse zeigen an, dass das onkogene HPV 16 der Entwicklung der Untergruppe von Prostatatumoren beitragen kann.”

Prostate 1996 May;28(5):318-24:

Feststellung von humanem Papillomavirus DNA und p53 Genmutationen in humanem Prostatakarzinom.

Suzuki H, Komiya A, Aida S, Ito H, Yatani R, Shimazaki J.  Abteilung für Urologie, Medizinfakultät, Chiba Universität, Japan.

“Die Verhätnisse zwischen der Integration mit humanem Papillomavirus (HPV) und p53 Genmutationen in Geweben des Prostatakarzinoms wurden untersucht. Die analysierten Gewebeproben wurden während totaler Prostatektomie (29 Karzinomfälle Stadium B) und bei der Autopsie (22 endokrine therapie-resistente metastatische Erkarankungsfälle) erworben. HPV DNA wurde in 8 von 51 Fallen (16%, 5 Karzinomfälle Stadium B und 3 Autopsiefälle) mittels Polymerase Kettenreaktion (PCR) mttels Konsensusprimers auf L 1 Genregion. Die Genotypen von HPV entsprachen völlig dem Typ 16. Strukturelle Abnormitäten von p53-Gen wurden in 7 von 22 Autopsiefälen (32%) mittels PCR- Einzelstrangkonformations-Polymorphismen-Analysen und Direktsequenzierung nachgewiesen. In Karzinomfallen Stadium B wurde keine p53 Genmutation gefunden. Die Analysen der Mutationspektra zeigten einen deutlichen Unterschied zwischen Japanern und Westernern. Es gab einen bedeutenden Unterschied in der Mutationhäufigkeit zwischen Stadium B-Fällen und Autopsiefälen (p<0.01, exakter Test von Fisher) In einem Fall wurde sowohl die Integration von HPV, als auch p53 Genmutation in verschiedenen Karzinomherden nachgewiesen. Jedoch zeigten andere Fälle eine umgekehtre Korrelation zwischen dem Vorhandensein von HPV DNA und p53 Genmutation. Diese Angaben weisen auf eine Korrelation zwischen p53 genetischer Alteration und der Progression vom Prostatakrebs hin, im Gegensatz zu der Integration von HPV, das in früheren Stadien auftreten kann.

Zum Schluß kann diese Untersuchung anzeigen, dass weder p53 Genmutation noch das Vorhandensein des onkogenen Proteins E6 von HPV zur Entwicklung vom Prostatakrebs beiträgt.”

Int J Cancer 1995 Apr 21;64(2):124-9:

Ras, p53 und HPV- Status in gutartigen and böseartigen Prostatatumoren.

Moyret-Lalle C, Marcais C, Jacquemier J, Moles JP, Daver A, Soret JY, Jeanteur P, Ozturk M, Theillet C.  Institut de Genetique Moleculaire de Montpellier, France.

“Für die Untersuchung der Rolle von Ras, p53 Gene und HPV-Virus (16, 18) in der Entwicklung vom Prostatakrebs analysierten wir Gewebeschnitte von 27 Patienten mit Karzinom (Stadien A-D) und von 24 Patienten mit Adenomen. Mutationen von H, K, N - Ras und p53 (Exone 2-9) wurden mittels SSCP und DNA-Sequenzierung untersucht. Die Akkumulation von p53-Protein wurde mittels Immunhistochemie an den Gewebeschnitten untersucht. Die Tumoren wurden auch auf das Vorhandensein von HPV 16 und 18-Sequenzen mittels PCR und DNA Hybridization mit sequenz-spezifischen Oligonukleotiden analysiert. Es wurde keine Mutation in 3 untersuchteten Ras-Genen nachgewiesen, weder in Karzinomen noch in Adenoman. Während der SSCP-Analyse stellten wir p53 Mutationen nur in 2 von 19 untersuchten Karzinomfällen, die beiden in Exon 7. Immunhistochemiesche Ergebnisse korrelieren mit den SSCP-Ergebnissen: p53 Protein war positiv in Tumoren mit 53 Mutationen, aber nicht in anderen; 32% von untersuchten Adenomen hatten feststellbares HPV16 DNA, während 53% von Karzinomfällen waren HPV16+. Keine HPV18 E6-Sequenzen konnten festgestellt werden. Unsere Angaben zeigen, dass Mutationen von p53 und Ras in Prostatatumoren aus Frankreich selten auftreten, aber in diesen Tumoren wird häufig feststellbares HPV16 DNA nachgewiesen.

Das niedrige Auftreten von p53 Mutation, das mit signifikanter Proportion von Tumoren mit HPV16 DNA assoziiert wird, ließ schließen, dass HPV16-Infektion beim Prostatakkrebs in p53-Inaktivierung von E6 beteiligt ist.”

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Dr. Joe Glickman, Jr., M.D.

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